Portugal: Furchtbar schönes Lissabon

Portugal: Furchtbar schönes Lissabon

Die Luft wehte mit einer kühlen Brise von draußen herein. Die Sonne blinzelte durch die Gardinen. Ich war noch gar nicht richtig wach, als mir der Gedanke an eine Reise kam. Ich wollte weg, neue Inspirationen finden und andere Dinge, als nur meine vier Wände sehen. Doch wo sollte es hingehen? Immerhin war unsere Zeit begrenzt und uns blieben nur drei Tage. Wo kommt man schnell hin? Wo kann man viel sehen und sich trotzdem entspannen? Nach langer Überlegung fiel unsere Entscheidung auf Lissabon. Ich hatte schon viel über Lissabon gehört und gelesen. Alle schwärmten von der Stadt mit den gelben Straßenbahnen. Also buchte ich zwei Flugtickets über TAP Portugal und wenige Tage später ging es los…

Lissabon ist die Hauptstadt und zudem die größte Stadt Portugals. Sie liegt direkt am Atlantik und wird von dem Temperaturverhalten des Meeres geprägt. Warme Sommer und verhältnismäßig milde Winter. Die Temperaturen fallen dabei eher selten unter 0 °C. In der Stadt mit den schönsten Straßenbahnen und kleinsten Gassen, leben knapp 500.000 Menschen. In den letzten Jahren ist die Stadt stark geschrumpft, da viele Menschen in das Umland gezogen sind. Die Altstadt sticht durch ihre Fliesenfassaden hervor, welche ihr noch auf den Bildern sehen könnt. Wusstet ihr, dass Portugal weltweit führend in der Korkproduktion ist? Mehr als 50% der Korken werden hier produziert. Daher findet ihr auch viele Souveniers aus Kork. Mehr zu Lissabon aber im Text:

Am Flughafen von Lissabon wurden wir von warmer Luft und Sonnenschein begrüßt. Wie es immer so ist, suchten wir nach einer günstigen Möglichkeit, um in die Innenstadt zu fahren. Da der Flughafen nur knapp 10km vom Zentrum entfernt liegt, riet uns Google Maps den Bus zu nehmen. Um ins Zentrum zu kommen, kann man aber auch wie folgt fahren:

U-Bahn ca. 1,40€ :
Innenstadt = rote Linie Richtung São Sebastião.
Altstadt = An der Haltestelle „Alameda“ in die grüne Linie Richtung Cais do Sodré umsteigen.

Bus ca. 3,50€:
Aerobus oder Linienbus. Mit dem Bus fahre ich ganz gerne, da man schon einen kleinen Eindruck von der Umgebung bekommt. Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten. Je nach Lage des Hotels.






Nachdem wir unsere Station erreichten, entdeckten wir eine kleine Bar. Rund, verschnörkelt und wunderschön anzusehen. Wie ich später feststellte, gab es diese kleinen Bars überall in Lissabon. Das beste daran: Sie sind total gemütlich, haben absolut günstige Preise und sind lecker ohne Ende. Ich wünschte hier würde es sowas geben. Nach unserer Stärkung ging es ins Hotel. Das Thermometer zeigte um 11:00 Uhr bereits 27 Grad. Am liebsten hätte ich mich noch was auf die faule Haut gelegt aber wir wollten unbedingt zum Strand. Dank Google Maps hatten wir auch schnell unsere Route nach Carcavelos und machten uns auf den Weg. Tja, das System ist in Lissabon aber leider nicht so „Freund“ mit Google Maps. Der erste Bus fuhr einfach an uns vorbei. Der zweite sollte laut Plan gar nicht fahren und dann standen wir an einem riesigen Kreisverkehr und wurden von einer Seite zur nächsten geschickt. Nicht mal die Busfahrer wussten, wann und wo wir jetzt einsteigen sollten. Mir lief der Schweiß den Rücken runter und meine Geduld war schnell am Ende. Nach knapp einer Stunde saßen wir dann im richtigen Bus. Der Busfahrer sagte nur: „ Manchmal verstehen wir unser System selbst nicht – sehr kompliziert“. Na immerhin, wir waren also doch nicht so blöd. Vom Marquês de Pombal ging es also in Richtung Cais do Sodré. Der Bahnhof, zu dem wir seit nun über einer Stunde wollten. Der Weg durch die Stadt war wunderschön. Viele kleine Gassen, alte Häuser und geflieste Fassaden. Am Bahnhof angekommen, stand uns die nächste Herausforderung bevor. “In welche Richtung müssen wir jetzt?“ Es gab keine Schilder und der Plan verriet es leider auch nicht. Also fragten wir uns durch. Zudem gab es auch nur einen Kassenautomat und davor standen knapp 20 Leute. Man sollte also Geduld mitbringen. In Estoril und Cascais,  befinden sich aber noch weitere sehr schöne Strände. Beide Städte könnt ihr ebenfalls mit dem Zug von diesem Bahnhof erreichen.

Die Fahrt zum Strand Carcavelos dauerte ca. 20 Minuten und zeigte uns die wunderschöne Küste. Zudem fährt man schon an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. An der Haltestelle angekommen, ahnten wir schon, dass wir wohl nicht die einzigen mit unserer Idee waren. Der Strand war komplett voll und auch im Wasser trat man sich schon fast auf die Füße. Wir kühlten uns also schnell ab und beobachteten die Leute. Liefen an der Promenade lang und unterhielten uns mit einem Straßenmusiker. Der übrigens dachte, dass wir deutschen alles böse Menschen sind und Hitler noch lebt. Ob er uns am Ende glaubte, weiß ich nicht. Später fuhren wir dann noch zur Ponte 25 de Abril. (Haltestelle Alcantara-Mar) Die große Brücke, welche mich immer an San Francisco erinnert. Sie hat eine Länge von 2287 Meter und wurde 1966 fertiggestellt. Seit 1999 besteht unterhalb der Autofahrbahn auch eine Eisenbahnverbindung. Im Sonnenuntergang sah sie wunderschön aus. Dort befindet sich auch ein kleiner Hafen, wo man wirklich lecker und sehr günstig essen kann. Man muss nur darauf achten, wo eine Tischdecke liegt oder Deko auf dem Tisch steht – diese Restaurants sind deutlich teurer. Generell ist Lissabon in Sachen „Essen & Trinken“ sehr günstig. Für einen Espresso hat mein Freund 80 – 90Cent bezahlt. Da uns die öffentlichen Verkehrsmittel doch sehr auf die Nerven gingen, beschlossen wir die App „Uber“ zu installieren. Eine Gruppe Backpacker, die ebenfalls vergeblich auf den Bus warteten, düsten noch vor unseren Augen mit einem Taxi von „Uber“ davon. Zu unserem erstaunen, saßen wir kurz nach der Registrierung ebenfalls im Taxi. Das schöne an Uber :

– keine langen Wartezeiten
– du siehst auf der Karte wo der Fahrer ist, seinen Namen und sein Kennzeichen
– du zahlst via Paypal.
– einsteigen, aussteigen
– Trinkgeld sowie Bewertung wird ebenfalls über die App geregelt

Der erste Tag lag hinter uns. Jetzt wird es spannend…

DURCH DIE INNENSTADT VON LISSABON – 19KM ZU FUß

Am nächsten Morgen machten wir uns schon früh auf den Weg. Wir wollten so viel wie möglich sehen und das am besten zu Fuß. Das wir am Ende knapp 19km durch Lissabon liefen, hätten wir auch nicht erwartet. Zunächst liefen wir von unserem Hotel in Richtung Church of São Vicente of Fora. Unterwegs kommt man an den schönsten Häusern und Straßen vorbei. Alleine die Fassaden kann man stundenlang anschauen und bewundern. Viele der Geschäfte hatten noch zu, da sie fast alle erst gegen Mittag aufmachten. Da Lissabon auf sieben Hügeln erbaut wurde, läuft man bergauf und bergab. Die ganze Zeit. Allerdings gibt es oberhalb der Stadt sogenannte Threewheeler (Tut Tuk), die sich um die müden Touristen kümmern. Da die Straßen immer kleiner und enger wurden, machten sich die Threeweeler neben der Straßenbahn sehr gut. Allerdings muss man auch aufpassen nicht überfahren zu werden. Diese Dinger sind verdammt schnell. Als wir an der Church of São Vicente of Fora ankamen, fiel uns direkt der kleine Park auf. Riesige Palmen, zwitschernde Vögel – ein kleines Paradies mitten in der Stadt. Auch hier fanden wir diese kleine Bar vom ersten Tag wider. Nach einer kleinen Pause ging es weiter durch die Altstadt (Alfama) Lissabons. So viele kleine Gassen, Weingeschäfte, Restaurants aber auch die leckersten Pastel de Nata – Nationalgebäck in Portugal. Irre lecker. Hier sollte man sich einfach Zeit nehmen und bummeln. In einigen Geschäften kann man auch den einheimischen Schnaps probieren.

Läuft man wieder weiter hinunter erreicht man die Avenida da Liberdade. Die prachtvolle Einkaufsstraße mit vielen Geschäften. Es sieht wirklich wunderschön aus. Hier findet ihr auch das „Praça do Comércio“. Wir liefen die Einkaufsstraße bis zum „Elevador de Santa Justa“ und sind bis heute allen Menschen dankbar, die Tipps bei Google  abgeben. Denn dieser Aufzug ist eine richtige Abzocke. Fünf Euro pro Person um einmal hoch und wieder runter zu fahren. Es geht aber auch völlig kostenfrei. Es gibt Treppen auf der anderen Straßenseite, welche genau zu dem Aufzug führen. Man hat exakt die gleiche Sicht über Lissabon.

Vom Aufzug und der herrlichen Sicht ging es weiter in das Stadtviertel „Bairro Alto“ (Oberstadt). Dies ist ein Stadtteil von Lissabon, der sich oberhalb des Geschäftsviertels Baixa befindet. Hier tummelten sich kaum noch Touristen und wir hatten die Straßen fast ganz für uns alleine. Wir fanden eine kleine Bahn und fuhren leider völlig überteuert zur Station „Cais do Sondre“. Dort besuchten wir noch die „Pink Street“. Eine Straße mit vielen Bars, welche uns für den Abend empfohlen wurde. Leider war es noch recht leer aber sie machte einen vielversprechenden Eindruck:)
























Mit der Fähre ging es dann von Cais do Sondre nach Cacilas. Die Fahrt beträgt ca. 5 Minuten und kostet pro Person hin- und zurück drei Euro. Lissabon von der anderen Seite des Tajo zu sehen ist wirklich eine Fahrt wert. Vorbei an alten verlassenen Gebäuden, vorbei an wunderschönen Cafés, kommt man schließlich zu einem riesigen Aufzug. Dieser ist umsonst und bietet eine noch bessere Sicht auf Lissabon. Kommt man oben an, steht man direkt in einem sehr schönen und kleinen Café. Dort haben wir uns erstmal einen Gin Tonic gegönnt. Unser Ziel war eigentlich das „Santuário Nacional de Cristo Rei“. „Mit ausgebreiteten Armen wendet sich die Figur des Christus König der Ponte 25 de Abril und der Stadt Lissabon zu. Sie steht auf einem 75 m hohen Sockel. Dieser befindet sich 113 m über dem Tajo. Die Statue selbst ist 28 m hoch und damit die siebthöchste Christusstatue der Welt. Das Monument ist eines der höchsten Bauwerke Portugals und die wichtigste Sehenswürdigkeit in Almada. Wegen ihrer Höhe ist die Statue einer der besten Aussichtspunkte auf Lissabon“ (Wikipedia). Leider war der Weg zu Fuß viel zu weit.  1 1/2 Stunden hätten wir noch laufen müssen. Wir entschieden uns für den Rückweg und schlenderten am Wasser entlang, zurück zum Hafen. Dennoch würde ich bei einem nächsten Besuch dort hinfahren.






DER LETZTE TAG IN LISSABON

Wenn ich eine Städtereise mache, dann buche ich den Rückflug immer für spät abends. So habe ich volle drei Tage und kann die Stadt besser erkunden. Zwei Tage sind schon sehr knapp. Für Lissabon sollte man definitiv drei oder mehr Tage einplanen. Es gibt so viel zu sehen, zu besuchen und zu entdecken. An unserem letzten Tag machten wir uns am Mittag auf den Weg zum großen Flohmarkt. Dieser liegt an der Church of São Vicente of Fora, direkt neben dem kleinen Park. Auf Google hatte der Flohmarkt recht gute Bewertungen und da dieser nur Dienstags und Samstags stattfindet, wollten wir ihn unbedingt besuchen. Es lohnt sich definitiv zu stöbern. Von dort aus fuhren wir mit „Uber“, dem tollen Taxi System, noch alle restlichen Punkte auf unserer Karte ab. Das war sogar günstiger als mit Öffis und viel schneller.

Unser nächster Stop war das Torre de Belem. 1983 wurde dieses, sowie das Mosteiro dos Jerónimos von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Das Torre de Belem liegt im gleichnamigen Stadtteil Belem und ist das bekannteste Wahrzeichen von Lissabon. Leider war es völlig überfüllt und die Menschen standen knapp 700 Meter an. Ein kleiner Park grenzt dort an das Wahrzeichen. Während wir hindurchliefen trafen wir auf Samy. Seit 10 Jahren fährt er mit seinem Fahrrad um die Welt. Zunächst mit seinen Eltern und jetzt mit seinem Bruder. Samy kommt aus Australien und lebt fürs Surfen. In Lissabon verkauft er jetzt selbstgemachte Armbänder! Um ihn zu unterstützen habe ich natürlich eins gekauft. Von dem Geld kann er seine nächste Reise finanzieren. Ich hätte noch stundenlang mit ihm quatschen können! Leider habe ich ganz vergessen zu fragen, ob ich ihn irgendwo im Netz finde. Naja, ich hab ja ein Erinnerungsfoto und ein Armband.

Von dort aus liefen wir zum Entdeckerdenkmal Padrão dos Descobrimentos. Dieses steht ebenfalls im Stadtteil Bélem am Ufer des Flusses Tejo. „Es soll die alten Zeiten der Seefahrernation Portugal glorifizieren. Dargestellt ist der Bug einer Karavelle, auf dem, angeführt von Heinrich dem Seefahrer, weitere bedeutende Personen aus dem Zeitalter der Entdeckungen dargestellt sind. Der 54 Meter hohe Turm, seitlich mit stilisierten Segeln versehen, versinnbildlicht den Mast der Karavelle“ (Wikipedia). Es lohnt sich definitiv es sich anzuschauen.

Das Highlight war Lx Factory. Ich kann es gar nicht richtig in Worten beschreiben aber es ist wie eine eigene kleine Welt. Von den einheimischen aus Ministadt für die Kreativen genannt und das ist es wirklich. Alles ist liebevoll gestaltet, überall kleine Läden in denen man stundenlang stöbern könnte. Leckere Restaurants, Galerien und viele alte robusten Gebäude. Die Atmosphäre ist total entspannt und angenehmer als in der Stadt. Bitte schaut dort vorbei:

Adresse: Rua Rodrigues de Faria 103, Alcântara
Öffnungszeiten: Täglich geöffnet zwischen 06:00 – 04:00 Uhr
LX Factory liegt unter den Säulen der Ponte 25 Abril und ist mit dem Bus 714 erreichbar (Haltestelle Praca Figueira) und von der Haltestelle Calvário sind es noch 3 Minuten Fußweg.













Ich hoffe, euch hat mein kleiner Reisebericht gefallen! Falls ja, freue ich mich über Kommentare:)

Es gibt keine Kommentare

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.